Der Anderswurzeln e.V.

Die Auguste ist ein denkmalgeschützter und sanierungsbedürftiger, über 100-jährige Dreiseitenhof inmitten eines grünen Hektars mit alten Obstbäumen. Der Name des Hofes begründet sich dabei mit der Postadresse – August-Bebel-Straße 77. Vor über 30 Jahren fiel auch er fast den Planungen des Kohlebergbaus zum Opfer und ist seitdem unbewohnt. So haben der Zahn der Zeit und Unwetter kräftig an ihm genagt.

2018 wurde sie von uns entdeckt, als wir auf der Suche nach einem Ort für unsere Vision eines Gemeinschaftslebensprojektes waren. Um den Hof kaufen zu können, schrittweise zu sanieren und so Stück für Stück wiederzubeleben, haben wir am 19 Juli 2020 – nach ungefähr zweijähriger Sondierung und Mitgliedersuche – den Anderswurzeln e.V. gegründet! Der Abschluss des Kaufs war danach eine unserer ersten „Amtshandlungen“. Und so sind wir seit Anfang 2021 stolze Besitzer eines Hofes.

Festakt zur Vereinsgründung am 19.07.2020

Das Vereinsgeschäft – eine Menge Planung und Organisation der Sanierungs- und Baumaßnahmen, aber auch Feste und erste Projekte – führen wir gemeinsam ehrenamtlich aus. Dabei verzichten wir bewusst auf eine hierarchische Struktur und nehmen uns viel Zeit für gemeinsames Entscheiden und Umsetzen, optimalerweise nach dem Konsent-Prinzip.

Denn Anderswurzeln – dieser Name hat für uns eine tiefere Bedeutung. So geht es uns nicht allein darum, ein weiteres Denkmal ästhetisch herzurichten und als Museumshaus für die Nachwelt zu erhalten. Nein, durch innovative Kooperationen und Lösungen wollen wir einen Ort entstehen lassen, an dem man zusammen „anders“ wohnt, „anders“ lebt und „anders“ arbeitet. Wir wollen zeigen, dass gemeinsames Gestalten eine sinnvolle Lebensalternative zum anonymen Wohnen anbietet und zugleich modellhaft wirkt.

Aus dieser Gemeinschaft heraus werden wir ein soziokulturelles Dorfzentrum entstehen lassen, auf dem Nutzer*innen, Nachbarschaft und Gäste zu einem regen Austausch eingeladen werden sein. Unterschiedliche gesellschaftliche Bedürfnisse werden die Gestaltung des Hofes bestimmen – gemeinschaftliches Miteinander, Leben im Alter, mit und ohne Familie, solidarisches Arbeiten, gemeinsames Kochen, Gemüsesortenaustausch (was für ein Wort!) oder ein Nachbarschaftstreff. Dabei ist es uns eine Herzensangelegenheit, Räume zu ermöglichen, die nicht gewinnorientiert von Nachbar*innen und Interessierten unabhängig ihrer materiellen Möglichkeiten vielseitig genutzt und gestaltet werden können.

So soll das ehemalige Wohn-Stall-Haus zum Ausgangspunkt unserer zukünftigen Arbeit werden. Der alte Stall wird das Zentrum und das Herz der Vereinsarbeit sein. Das Speichergebäude und die weitläufige Scheune bieten Raum für vielfältige Ideen. So sollen kollektive Werkstätten für Handwerker*innen und Seminarräume Einzug halten. Eine Gemeinschaftspraxis und eine Kooperative mit Ladencafé können zur Wiederbelebung der lokalen Infrastruktur und Versorgung im Dorf beitragen.

Wir freuen uns über jedes neue Gesicht und jede helfende Hand. Solltest Du Interesse daran haben, uns auf eine der vielfältigen Möglichkeiten in unserer Vereinsarbeit unterstützen zu wollen, schau einmal bei den Unterstützer*innen vorbei, wie du uns unter die Arme greifen kannst 🙂

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