Worum geht es?

Der Ort – Auguste77

Der denkmalgeschützte und sanierungsbedürftige 100-jährige Dreiseitenhof liegt inmitten eines grünen Hektars mit alten Obstbäumen in Olbersdorf und wird – entsprechend seiner Adresse – von uns liebevoll Auguste77 genannt. Vor über 30 Jahren fiel auch er fast den Planungen des Kohlebergbaus zum Opfer und ist seitdem unbewohnt. So haben der Zahn der Zeit und Unwetter kräftig an ihm genagt.

Das ehemalige Wohn-Stall-Haus soll zum Ausgangspunkt unserer zukünftigen Arbeit werden. Der alte Stall wird das Zentrum und das Herz der Vereinsarbeit sein.

Das Speichergebäude und die weitläufige Scheune bieten Raum für vielfältige Ideen. So sollen kollektive Werkstätten für Handwerker*innen und Seminarräume Einzug halten. Eine Gemeinschaftspraxis und eine Kooperative mit Ladencafé können zur Wiederbelebung der lokalen Infrastruktur und Versorgung im Dorf beitragen.


Der Verein – Anderswurzeln e.V.

Wir wollen mit unserer Arbeit zeigen, dass Denkmalpflege und sozial-ökologisches Bewusstsein nicht nur Hand in Hand gehen können, sondern vor allem im Zusammenspiel einen neuen Ort des solidarischen gesellschaftlichen Miteinanders, des selbstbestimmten Lebens, Arbeitens und Wirkens in mehreren Generationen aufbauen können.

Der Verein hat das Auguste77-Gelände mit den drei Gebäuden erworben und wird durch die Erhaltung dieses Baudenkmals die Basis für die Vereinsarbeit schaffen. Während der gesamten Bauphase wird es Workshops zu alten Bauhandwerkstechniken und Vorträge zur ökologischen und artenschutzgerechten Sanierung geben.

Auf dem weitläufigen Grundstück wollen wir die neuen Prinzipien der Permakultur und das alte Pflanzenwissen der Bauerngärten zusammenbringen, es weitervermitteln und gemeinsam pflegen. Die alte Streuobstwiese wird saniert, erweitert und Teil unseres Projektes.


Die Idee

Das Projekt auf dem Gelände der Auguste77 will zeigen, dass gemeinsames Gestalten eine sinnvolle Lebensalternative zum anonymen Wohnen anbietet und zugleich modellhaft wirkt.

Es wird ein sozio-kulturelles Dorfzentrum entstehen und Nutzer*innen, Nachbarschaft und Gäste werden zu einem regen Austausch eingeladen. Unterschiedliche gesellschaftliche Bedürfnisse werden die Gestaltung des Hofes bestimmen – gemeinschaftliches Miteinander, Leben im Alter, mit und ohne Familie, solidarisches Arbeiten, gemeinsames Kochen, Gemüsesortenaustausch oder ein Nachbarschaftstreff.

Mit innovativen Kooperationen und Lösungen machen wir ein Denkmal zu mehr als einem Museumshaus. Wir möchten deshalb auch Räume ermöglichen, die nicht gewinnorientiert von Nachbar*innen und Interessierten unabhängig ihrer materiellen Möglichkeiten vielseitig genutzt und gestaltet werden.