Errichtung bzw. „Wiederbelebung“ eines Bauerngartens/Kräutergartens vor dem Wohnstall-Haus

Ursprünglich hatten Bauern neben ihrem Acker auch einen reinen Gemüsegarten. Obstbäume standen auf einer Wiese. Erst später wurde das Anlegen eines Gartens in Wohnhausnähe üblich, beeinflusst durch die Gärten der Klöster, durch Lehrer, Pastoren und Apotheker. Dabei gab es keine einheitliche Form der Gartengestaltung.

Es waren eher die Menschen in der Stadt, die am Ende des 19. Jahrhunderts dem privaten Garten eine neue Bedeutung zukommen ließen. Manche suchten dabei das persönliche „Idyll“ zwischen Blumen, geschnittenen Hecken und Gartenlaube, andere nutzten ihren Garten am Haus, um für den Eigenbedarf Kräuter, Obst und Gemüse anzubauen.

Der „Bauerngarten“ – bzw. was man heute darunter versteht – ist wohl eher ein Kunstprodukt. Im Botanischen Garten in Hamburg wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein „idealer Bauerngarten“ konstruiert, der für viele spätere Vorbild wurde. Typisch ist eine gemischte Anpflanzung von Gemüse, Kräutern und Blumen in einer kleinen, strukturierten Anlage mit Wegkreuz, häufig mit niedriger Einfriedung der Beete und einem bepflanzten Zentrum. Biologische Gesichtspunkte wurden ebenso wie gestalterische Prinzipien beachtet.

Auch unseren Hof zierte früher solch ein Garten vor dem Giebel des Wohnhauses. Wir möchten die alte Form (einen Gemüsegarten kombiniert mit Kräutern, Tee- und Heilpflanzen, sowie traditionellen Zierpflanzen), wiederbeleben und mit den Prinzipien der Permakultur verbinden.

Neben dem traditionell eingefassten 4er-Beet mit Rondell in der Mitte, einer Reihe Beerensträucher als hinterer Begrenzung und einer bunten Blütenreihe am Zaun entlang möchten wir die eher moderne Form der Kräuterspirale in die Gestaltung einbeziehen.

Mit dieser Gartengestaltung möchten wir auch Nachbarn und Vorbeikommenden ein Beispiel geben, wie man schon auf kleinem Raum eine bunte Vielfalt von Blüh- und Nutzpflanzen wachsen lassen und genießen kann.

Das Projekt soll schrittweise realisiert werden. Dabei ist von Anfang an Erfahrungsaustausch gewollt. Wir möchten alle Interessierten auch zum praktischen Mitmachen einladen. Auf der Homepage werdet ihr fortlaufend die Entwicklung des Gartens dokumentiert finden.

Nach der Fertigstellung ist für den Kräutergarten eine Beschriftung der Pflanzen und die Sammlung von Infos zur Nutzung und Verarbeitung angedacht. Gut möglich, dass sich hier Interessierte zum regelmäßigen Austausch treffen werden oder für Gruppen und Klassen Führungen oder Workshops angeboten werden…

   Inzwischen ist Sommer geworden - und alles sprießt und grünt und blüht und schon beginnt die Ernte 🙂